22. April 2010
Der Blick aus meinem Fenster, den ich schon einmal im Herbst gepostet hatte, ist schon richtig frühlingshaft.

Dennoch hat mich noch nicht die Frühlingseuphorie gepackt, die laut Wikipedia heutzutage ohnehin den Naturvölkern vorbehalten zu sein scheint. Eher von Frühjahrsmüdigkeit würde ich sprechen. Doch bestimmt wird die sich bald verabschieden, und das gute Wetter mich zu Aktivität nach draußen locken. Dieses Jahr habe sogar ich etwas Winterspeck angelegt, den ich bald an der frischen Luft in Energie umsetzen werde.
Beim Blutspenden meinte die gute Frau, die Temperatur, Puls/Blutdruch und Eisengehalt mißt, die Spender hätten dank Frühling im Schnitt schon eine höhere Körpertemperatur. Auch meine Zimmertemperatur ist schon etwas höher, und wird mich bald nach draußen treiben. Vorerst schließe ich jedoch mit “Der Frühling” von Heinz Erhardt.
Wie wundervoll ist die Natur!
Man sieht so viele Blüten,
auch sieht man Schafe auf der Flur
und Schäfer, die sie hüten.
Ein leises Lied erklingt im Tal:
der müde Wandrer singt es.
Ein süßer Duft ist überall,
nur hier im Zimmer stinkt es.
12. Februar 2010
Gerade bin ich von einem sehr unterhaltsamen Abend nach Hause gekommen. Der Heimweg führte mich 25 Minuten unter anderem durch den Seepark zu Fuß nach Hause. Es lag Schnee. Viel Schnee.
Heute Mittag, als ich einen ähnlichen Weg zurücklegte, war es das erste Mal diesen Winter, dass ich am Schnee Freude hatte. Es war kalt, ich war jedoch warm angezogen. Bis auf sehr wenige Leute war niemand unterwegs, denn es war glatt. Ein wuscheliger schwarzer Hund geht mit seinem Herrchen Gassi. Er sieht albern aus im Schnee.
Der Weg heute Abend übertraf das noch bei weitem. Ein wunderschöner Spaziergang. Ich gehe nie alleine Spazieren, es kommt mir albern vor. Dennoch bin ich froh über so eine Ausrede. Es war dunkel, recht dunkel. Ein absolut winterliches, weihnachtliches Gefühl. Vereinzelte Leute im Seepark. Ich entdecke jemanden, der durch den Schnee stapft, Jacke bis oben zu. Er trägt einen Bürostuhl über dem Kopf. Ich muss lachen.
Es ist kalt, aber nicht zu kalt. Es ist nass, aber nicht zu nass. In letzter Zeit wollte ich immer unbedingt irgendwohin, oder was erledigen, Einkaufen. Und der Schnee war ein Hindernis. Heute Abend war der Schnee Dekoration einer schöneren Welt.
So liebe ich den Winter.
2. Dezember 2009
Genau richtig. Das musste ich einfach kurz posten. Bei uns am Bischofskreuz ist bis zum 5.12. ab 19 Uhr Happy Hour im Edeka. Gilt nur für drei Produkte, aber ich hab gestern Abend Hackfleisch zum halben Preis gekauft, heute gabs Risotto. Hackfleischhappyhour, was man nicht alles erlebt.
Vor kurzem eine Karte von Kabelbw in meinem Briefkasten. KEINE WERBUNG! Steht ganz groß auf der Karte. Um Rückruf wird gebeten, handschriftlich eine Handy- und Festnetznummer angeführt.
Nun bin ich kein Kunde von Kabelbw. An regelmäßiges Telefonklingeln mit falsch verbunden habe ich mich schon gewöhnt, ebenso an regelmäßiges Türklingeln mit Paketen für Nachbaren, bitte um Türöffnung oder einmal sogar “Entschuldigung, ich habe mich verwählt”. Verwählt? An der Klingel? Wohl kaum…
Aber die anderen Besonderheiten, die spezifisch für die Adresse sind, wecken mein Interesse immer wieder aufs Neue. Ein Älterer Herr, der, gut gekleidet, durch den Flur streunt, an die Tür klopft. Ich mache auf. Er sucht eine Gerüstbau Firma, “das sind so Türken”, die angeblich in dem Haus ihre Adresse hat. Er zeigt mir die Karte, tatsächlich. Den “Firmensitz” in einem Haus mit nur Einzimmerwohnungen. Leider stehen an den Türen keine Namen, und er sucht vergebens.
Aber zurück zur Karte. Ich vermute also, meine Vormieterin hatte Kabelbw, und ich muss das irgendwie abmelden, rufe da also an. Beim ersten Mal niemanden erreicht, beim zweiten Mal nimmt eine der Stimme nach nette ältere Dame ab.
Weswegen ich anrufe. Ja, ich habe eine Karte eingeworfen bekommen, mit der Bitte um Rückruf. Ah, ob ich den KabelBW zum Fernsehen benutze. Nein, nutze ich nicht. Ob ich das denn jetzt vorhabe? Nein, habe ich nicht. Ob ich denn einen Fernseher habe. Nein, habe ich nicht. Die Frau schon etwas ratlos.
Doch enthusiastisch spricht sie weiter. Der Herr Feser könnte das einrichten, wenn ich das nutzen will. Der Herr Feser hätte auch andere tolle Angebote, für Telefon und Internet. Der Herr Feser müsste das Kabelfernsehen dann Anschalten. Wenn ich Fragen hätte, könnte ich auch Hernn Feser nochmal anrufen.
Insgesamt beendete ich das Gespräch mit dem sicheren Gefühl, dass Herr Feser der ultimative Ansprechpartner in Sachen Kabelfernsehen und Internet sowie Telefon ist. Wie diese Frau das gemacht hat, ist mir ein Rätsel. Das war kein Marketing Training, keine ausgefeilte Strategie.
Ob sie seine Sekretärin, Frau, Mutter, Tochter oder sonstwas war, kann ich nicht sagen. Fest steht jedoch, dass durch ihre Überzeugung, Herr Feser wäre für alles der kompetente Ansprechpartner, ich auf eine besondere Weise ebenfalls überzeugt wurde. Alleine das häufige Verwenden des Namens (ich kann nicht genau sagen wie oft, aber duzende Male) prägte selbiger sich so ein, dass ich einfach das Gefühl habe, Herrn Feser vom Hörensagen zu kennen.
Ich brachte es nicht über’s Herz, die Karte wegzuwerfen, und habe mir mittlerweile die Nummern abgeschrieben. Sollte ich mal Kabelbw benötigen, werde ich mit Sicherheit Herrn Feser anrufen.

Masterdecoy •

10:37 •
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1. Dezember 2009
Am Sonntag war ich zu einem Geburtstags-Salsa-Brunch eingeladen. Am Nachmittag sollte in den Räumlichkeiten der Tanzschule Timbalaye gegessen und getanzt werden.
Mit einem Tomatensalat bewaffnet machte ich mich per Straßenbahn auf den Weg. Etwas verschwommen war die Welt, denn ich hatte keine Kontaktlinsen an. Warum?

Nachdem ich den Salat gemacht hatte, zu dem auch ein paar Chilischoten gehörten, war ich nicht geistesgegenwertig genug zu überdenken, wie weh es schon tut, sich damit ins Auge zu fassen, geschweige denn, eine Kontaktlinse mit dem chiliöligen Finger in das Auge zu stecken.
Mit Mühe bekam ich das Auge wieder auf, und die Linse raus, doch alles abwaschen hat nichts geholfen. Die Linse war vorerst nicht mehr verwendbar.
Halbblind dann zur Straßenbahn. Schon auf der Hinfahrt, ein älterer Mann neben mir spricht mich auf den Salat an: “Sind da nur Tomaten drin?”. Öh ja, nur Tomaten. “Warum denn keine Wurst?” Er sprach mir aus der Seele, da fehlt das Fleisch! Es gibt auch Menschen, die das nicht mögen, und daher nur Tomaten. Das könne und würde er nicht essen. Nur Tomaten.
Danach noch ein wenig tomatensalatbasierter Smalltalk.
Dann die Party, Reggaetonworkshop, Salsatanzen, ein paar Runden Rueda. Nebenher ein wenig Brunchen. Eine sehr gelungene Party, wirklich ein Erlebnis. Die beste Geburtstagsparty des Jahres?
Auf der Rückfahrt dann, mit dem Rest Tomatensalat. Ein kleines Mädchen spricht mich an. “Was machst du damit?” Na essen, was sonst! “Und wo?” Zu Hause, ich bin auf dem Weg nach Hause. “Und warum?” Ja, das ist eine gute Frage, ich erzähle ihr, dass ich von einer Party komme, und der Salat übrig war, doch das war wohl zu viel Story, und sie verliert das Interesse.
Nun esse ich seit drei Tagen Tomatensalat (eigentlich war das eine Salsa, aber schmeckt auch so gut, Koriander, Limettensaft und Chili mit dabei), so langsam könnte er mal leer sein. Aber wenn ich das nächste Mal Straßenbahn fahre an einem Sonntag, brauche ich unbedingt wieder einen Salat.
27. November 2009
Um eine Entscheidung im Leben zu treffen, brauche ich Informationen. Habe ich alle nötigen und gewollten Informationen, fällt mir die Entscheidung meist nicht so schwer.
Doch immer öfters im Leben befand ich mich in einer Situation, in der ich eben nicht alle nötigen Informationen bekommen konnte, oder nur mit größerem Aufwand, und in der ich die Entscheidung dann mit Teilinformationen treffen musste.
Eine Metapher, die ich für mich gefunden habe, stammt aus meinem eigenen Leben. Ich nenne sie “Die Katzenmetapher”.
Zu Hause bei meinen Eltern hatten wir eine Katze. Sie war recht dunkel, und liebte es, abends und auch nachts draussen herumzustreunen (mal im Ernst, wer liebt das nicht?). Wollte sie wieder in die Wohnung, postierte sie sich schweigen vor der Balkontür, bis jemand sie hereinließ.
Nun war es aber so, dass, bedingt durch ihren Lebenswandel, sie oft hereinwollte, wenn es schon dunkel war. Da ich natürlich die Katze nicht gerne draussen stehen lassen wollte – schliesslich sollte sie es auch auf Wunsch schön warm haben – standen ich nun vor dem Problem, dass ich erkennen musste, ob die Katze draussen ist, um sie hereinzulassen.
Es gab, wie so oft, zwei Fälle. Im ersten Falle war die Katze da. Das erkannte ich an zwei leuchtenden Augen, die direkt an der Scheibe postiert waren. Auch bei schwachem Licht in der Küche und keinem Licht draussen reflektierten diese Augen wie zwei Scheinwerfer das Licht. Egal wie dunkel es war, ich bekam in diesem Fall alle nötigen Informationen, um die Tür zu öffnen und die Katze hereinzulassen, über meine Sinnesorgane.

Da war aber noch der zweite, weitaus schwierigere Fall. War die Katze nämlich nicht da, so ließ ein Blick nach Draussen in die Dunkelheit nichts erkennen. Schliesslich war es ja dunkel. Da es aber sehr dunkel war, konnte ich ja nicht sicher wissen, ob die Katze nicht vielleicht doch da war.
Im Winter die Tür öffnen, die Kälte hereinlassen, um nach draussen zu spähen, oder draussen das Licht einzuschalten, wollte ich natürlich nicht. Ich wollte aber auch nicht, dass die Katze alleine draussen in der Kälte ihr Dasein fristen muss.
Was also tun? Die Informationen von Draussen reichten mir einfach nicht, um die Entscheidung zu treffen, ob die Katze jetzt tatsächlich nicht da ist. Meine Sinne lieferten mir in diesem Fall keine ausreichenden Informationen.
Irgendwann stellte ich dann fest, dass es ja nur diese zwei Fälle gibt, und die sich gegenseitig ausschließen. Wenn ich also über meine Sinne nicht sicher sagen kann, ob die Katze draussen sitzt oder nicht, dann weiß ich, mittels einer logischen Schlußfolgerung, dass sie nicht draussen sein kann. Denn dann wäre das ja der andere Fall, und ich könnte sie eindeutig sehen.
Das ist jetzt keine Entscheidung, die alleine aufgrund der vorliegenden Informationen getroffen wird, sondern aufgrund der vergangenen Erfahrungen mit den Möglichkeiten.
Wenn ich nun also vor der Kuchentheke stehe, und einfach nicht sicher bin, ob ich ein Stück Kuchen will, oder nicht, dann überlege ich: Es gibt nur die zwei Möglichkeiten, entweder ich will ein Stück Kuchen oder nicht. Wenn ich ein Stück Kuchen in der Vergangenheit wollte, dann wusste ich das. Das Wasser läuft mir im Mund zusammen, ich verspüre aktiv Lust auf den Kuchen. Habe ich dieses Gefühl nicht, sondern bin unsicher, ob ich Kuchen will, schließe ich daraus nach dem gleichen Prinzip, dass ich keinen will.
Während das Kuchenbeispiel primitiv ist, ist das auch auf wichtigere Dinge übertragbar. Wenn ich aus den vorliegenden Informationen nicht sagen kann, für was ich mich entscheiden soll, überlege ich, welche Möglichkeiten es gibt, und ob ich welche davon ausschließen kann, weil sie eindeutig sind. Oft bleibt nicht viel übrig, und die diffusen Gefühle sind genaugenommen eindeutiger, als ich denke.
26. November 2009
Diese Gattung von Büchern, in den letzten drei bis vier Jahrhunderten entstanden und entwickelt, dem Inhalt nach Unterhaltungsliteratur, verliert so langsam mein Interesse.
Nachdem ich mir für die internetlose Phase direkt nach meinem Umzug Harry Potter Teil fünf bis sieben ausgeliehen hatte, musste ich nun feststellen, dass ich fünf Monate gebraucht habe, um selbige zu lesen.

Da stellt sich nun die Frage, warum? Sicherlich waren die Bücher für mich sehr unterhaltsam, und trotz englischer Sprache bis auf einzelne Worte sehr gut verständlich. Auch konnte ich sie mir unterwegs in der Straßenbahn zu Gemüte führen.
Eben dieser Umstand bewirkt dann aber auch, dass ich mir das Lesevergnügen teilweise in zu kleine Happen einteilte, hier mal 5 Minuten, dort mal 10 Minuten. Sowas würde ich den Nachfolgern diese Freizeitbeschäftigung, nämlich Filmen oder Serien, doch nie antun, so ich nicht von Werbung dazu gezwungen werde.
Ich glaube, dass Innovationen wie Kindle oder Ebooks für den Belletristikbereich keine Zukunft haben. Serien und Filme, die diese Tage in Mengen und auch in guter Qualität produziert werden, lösen Romane einfach ab.
So hoffe ich einfach in Zukunft auf mehr spannende Geschichten wie “Heroes”, und mehr kurzweilige Unterhaltung wie “The Big Bang Theory”. Zum lesen in der Straßenbahn gibt es noch genügend interessante Sachbücher.
25. November 2009
Ja, ich esse immer noch! Und ja, ich koche immer noch! Und man sieht, ich verschmähe auch keinen Lauch, wenn er ausreichend lange gekocht ist, und nicht ohne Fleisch auftritt.
Das erste mal, dass ich Alufolie über eine Pfanne gelegt habe, aus Gründen, die vermutlich nur dem Rezepteschreiber bekannt sind. Eventuell dient das der Wärmeerhaltung. Das würde zumindest erklären, warum die beim runternehmen so verdammt heiß war.

Ansonsten sieht das jetzt nicht so gesund aus, wie das, was ich sonst esse, aber verdammt schnell zubereitet, und etwas kalorienhaltiger (Olivenöl, Butter UND Sahne). Da muss ich wenigstens nicht zwei Stunden später nochmal essen.
Zuletzt stelle ich noch die Kochweinfrage: Kaufe ich besseren genießbaren Wein, und trinke den Rest, oder kaufe ich den schäbigsten, weil mans eh nicht merkt, und hebe den Rest ebenfalls zum Kochen auf?
Wohl bekommt’s!
2. November 2009
…Vorhang zu, und alle Fragen offen!

Meine neuen Gardinen: Nach einem handwerklichen Beitrag meines Vaters mit den Vorhangstangen, die aus irgendeinem Grund Fenster von 80 bis 120 cm unterstützen, während ich 126 cm und 65 cm Fenster habe, hängen nun meine Gardinen.
Die Sicht nach Draussen ist getrübt, dennoch wirkt die Wohnung wohnlicher. Jetzt muss ich mich wirklich langsam um ein Bild für die Wand kümmern.
31. Oktober 2009
A long time ago in a syphon far,
far away….

Mein Wasser im Waschbecken floß nicht mehr richtig ab. Nur mit Mühe, irgendwo gab es Verstopfung. Der Tipp von meinem Vater (man kann immer noch von der Erfahrung der älteren Generation profitieren, nicht NUR von google):
Den Siphon mit Hilfe einer Rohrzange (die Ähnlichkeit obiger Zange mit Darthvader kann kein Zufall sein, man bemerke alleine die dunkle Aura im oberen Teil) entfernen, und die Macht der dunklen Seite des Abflusses kennenlernen.
Ich also heiter meinen Mülleimer zu einem Auffangeimer umfunktioniert, die Zange gemäß Anweisung eingestellt und angesetzt, und die dunkle Seite der Macht angezapft: “I sense something, a presence i’ve not felt since…”
“Impressive, most impressive” höre ich Darth Vader sagen, als der erwartete Klumpen von Haaren und nicht identifizierten Substanzen (angeblich Körperfett, dem Geruch und Aussehen nach jedoch Zahnpasta) zum Vorschein kommt.
Nicht bedacht: Mit was reinige ich das Rohr zwischen Abfluss und Siphon? Dann die Idee: einfach einen Stift mißhandeln.
Alles erledigt, nach so vielen Jahren des Lichts befinde ich mich nun auf der dunklen Seite der Macht. “When I left you I was but the learner. Now I am the master.”