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Pipe Dream Reality - cause only fiction has to make sense


28. September 2009

Abenteuer im Wald

Letzten Freitag waren wir bei http://www.abenteuer-im-wald.de/ in Kenzingen. Hätte ja nicht gedacht, dass das so cool ist, aber es hat wahnsinnig Spass gemacht.

Im Endeffekt geht es um Klettern, Balancieren. Nach einer kurzen Sicherheitseinweisung und dem Anlegen der Sicherheitsausrüstung kann man sich den Parcour selbst aussuchen. Man sichert sich jeweils an einer Sicherungsleine, und dann kann es losgehen.

Von einfachen Strickleitern und Hängebrücken, über kompliziertere Arrangements mit Reifen oder hintereinanderhängenden Schaukeln ist alles dabei. Teilweise echt Indiana-Jones-reif. Sogar Seilrutschen gibt es, nicht zu knapp (wie das hier: http://tinyurl.com/seilrutsche). Das alles in 5-10 Metern Höhe.

Für professionelle Slacker werden die Balanceübungen wohl einfacher sein, ich musste schon die Sicherungsleine als Stütze zur Hilfe nehmen, wenn als Überweg nur ein Balancierseil gegeben war.

Zu guter letzt auch noch einen sogenannten Power Fan. Man seilt sich an, und verlässt dann mit einem beherzten Schritt die 10 Meter hohe Plattform. Der Sturz wird duch eine spezielle Winde gebremst, sodass man sicher unten ankommt. Dennoch ein lustiges Gefühl, und es kostet Überwindung, von der Plattform zu laufen.

Alles in allem nichts für Leute mit Höhenangst, und ein Vorteil für Leute mit einem guten Armkraft/Körpergewicht-Verhältnis, da man sich mit den Armen über viele komplizierte Übergänge leichter rüberhelfen kann.

18. September 2009

Der Kaufhof Uhrenmann

Ich kenne den Kaufhof-Uhrenmann nicht selbst. Er sitzt im Kaufhof, Erdgeschoss, hinter einem Schalter. Das erste mal, als ich auf ihn aufmerksam wurde, spielte sich ungefähr Folgendes ab:

Eine alte Dame kommt an den Schalter, ihre Uhr geht nicht mehr. Der Kaufhof-Uhrenmann schaut sich die Uhr an, und diagnostiziert nach 30 Sekunden erfolgreich: Die Batterie ist alle. Wenn sie möchte, kann er für sie die Batterie wechseln.

Was sie zu diesem Zeitpunkt nicht weiß, ist dass der ganze Vorgang (5 Minuten + Material) am Ende 15 EUR kosten wird. Da ich vom Dorf komme, wo man beim Schuster für 5 EUR die Schuhe repariert bekommt, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass sie andere Vorstellungen hat. Jedoch wird sie nicht auf den Preis hingewiesen.

Sie stimmt also zu, und nachdem die Batterie gewechselt ist: Das macht dann 15 EUR. Die Frau ist verblüfft, vermutet zunächst ein akkustisches Mißverständnis. Nein, wirklich 15 EUR. 15 EUR? Dann möchte sie das nicht. Die Batterie sei jetzt schon gewechselt, und es sei zu spät, aus dem Geschäft zurückzutreten.

Das ist also mein Bild vom Kaufhof-Uhrenmann. Nun gehe ich zufällig vorbei, ein älterer Herr, bestimmt auch an die 70, ist gerade im Beratungsgespräch. Ich gehe nur vorbei, und höre im Vorbeigehen den älteren Herrn sagen: “Ich traue Ihnen nicht!”.

Nimm das, Kaufhof-Uhrenmann. Nicht jeder lässt sich für 15 EUR eine 2 EUR Batterie verkaufen. Mit dem guten Gefühl, dass es noch Gerechtigkeit auf dieser Welt gibt, gehe ich einkaufen.

17. September 2009

Ganz normaler Alltag

Wenn ich in der Stadt unterwegs ist, vor allem wenn ich alleine bin, nehme ich mir oft die Zeit, und beobachte Interaktionen von Leuten. Manchmal werde ich aber auch zum zufälligen Beobachter. So in dieser Woche:

Ich fahre Straßenbahn, wenige Haltestellen, stehe im Eingangsbereich. Es ist morgens, recht viel los. Ein älteres Pärchen steigt ein. Sie mit einem coolen Rollator, er mit zwei Krücken. Eine Frau Mitte 20, sitzt auf dem Sitz nahe der Tür, bietet ihren Sitz an. Freundlich wird ihr Angebot abgelehnt: Sie fahren nur eine Station, da bleiben sie lieber stehen.

Die Straßenbahn fährt an. Auf dem Einzelsitz gegenüber der Tür sitzt ein Jugendlicher, etwa 15, sieht introvertiert aus. Eine Frau mitte 50, mit einem verbitterten, grimmigen Gesicht, fährt ihn an: “Könnten Sie bitte dem Herrn ihren Platz anbieten?” in einem absolut dreisten Tonfall. Der Herr wiederholt: “Wir fahren nur eine Station, danke”. Der Jugendliche, nachdem er sich etwas gefangen hat, höflich zurück zu der Frau: “Das kann man auch freundlicher sagen.”

Schweigen. Gespannt beobachte ich die Situation. Die Frau dreht sich zurück zu dem Jugendlichen: “Wie bitte?”. Ungläubiger Blick. Der Jugendliche wiederholt, etwas lauter: “Das kann man auch freundlicher sagen”. Die Frau, sprachlos, entrüsteter Blick. Ein Mann, der das Ganze mitbekommen hat, dreht sich um: “Da muss ich ihm zustimmen, das KANN man freundlicher sagen.”. Die Frau kanns nicht fassen: “Ich habe Bitte gesagt”.

Nun dreht sich eine Dame um die 70 um, die gerade aussteigen will: “Nein, das war nicht freundlich. Das kann man wirklich auch freundlich sagen.”

Sogar eine Dame aus der betroffenen Zielgruppe widersetzt sich dem sozialen Druck, der inhaltlichen Richtigkeit der Aufforderung zuzustimmen. Es wird akzeptiert, dass es – genauso wie es in den meisten Fällen unhöflich ist, den Platz nicht anzubieten – auch unhöflich ist, jemanden deswegen anzuschnauzen. Ich steige aus, ein Lächeln auf meinem Gesicht. Ohne genau sagen zu können, warum, freue ich mich über solche Vorfälle.

9. September 2009

Abrazo de Tango Argentino

Heute möchte ich kurz das erste Semptemberdrittel überblicken. Es ist quasi das Blogparadox, denn wenn man viel erlebt, was sich zu schreiben lohnen würde, kommt man ja nicht dazu.

Endlich habe ich meinen Müll angemeldet. Nach etlichen Telefonaten und Einholen von Informationen im Internet habe ich letzten Endes herausgefunden, dass ich gar nichts hätte tun müssen, und daraufhin alles storniert, was ich gemacht hab. Jetzt läuft’s. Hoffentlich.

Mein Waschbeckenstöpsel geht auch endlich. Ein Wunder der Technik, so ein Verbindungsstück für zwei Metallstangen. Viele Tage damit gekämpft, verschieden angebracht, verschiedene Schrauben, verschiedenes Werkzeug. Aber es geht.

Wäsche auch gewaschen. Schonwaschgang bis 40° geht so schnell, dass man für 2 EUR zweimal Waschen kann, was im Prinzip für meine komplette Wäsche reicht. Trocker war nicht so toll, nach 80 Minuten immer noch feucht, da wirds am Ständer schneller trocken. Werde ich denke ich darauf verzichten in Zukunft.

Zu meinem Lieblingshobby Tanzen: Tango Argentino ist einfach genial. Bei meinem allerersten Workshop damals hatte ich wohl zu wenig Tanzerfahrung, aber aktuell, und bei den guten Lehreren, wird das allmählich mein absoluter Lieblingstanz. Weniger sportlich, als zum Beispiel Salsa, aber viel intensiver. Die Tanzpartnerin, nicht als Werkzeug, zum durch die Gegend schleudern, sondern als Teil von mir selbst, eins mit meinen Bewegungen.

Rueda ist ebenfalls genial. Salsa als Tanz für Gruppen, paarweise im Kreis, mit Partnerwechseln und angesagten Figuren. Alle tanzen das Gleiche. Ich weiß nicht genau, woher es kommt, dass das einfach nicht langweilig wird. Aber die Vielfalt der Figuren und das ständige wechseln der Partner spielen bestimmt eine Rolle.

Mein Ernährungsplan leidet im Moment ein wenig, aus verschiedenen Gründen. Aber man verhungert ja auch nicht sofort. Ich denke, wenn es wieder kalt ist, werde ich wieder mit dem Trainieren anfangen. Bis dahin sollte sich meine Ernährung in geregelte Bahnen gelenkt haben. Immerhin weiß ich mittlerweile, wo man Ricotta, Kichererbsen, und andere offenbar seltene Köstlichkeiten bekommt. Nur eine Cashewkern (ungesalzen und ungeröstet!) Quelle in der Nähe muss noch gefunden werden.