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Pipe Dream Reality - cause only fiction has to make sense


Die Katzenmetapher

Um eine Entscheidung im Leben zu treffen, brauche ich Informationen. Habe ich alle nötigen und gewollten Informationen, fällt mir die Entscheidung meist nicht so schwer.

Doch immer öfters im Leben befand ich mich in einer Situation, in der ich eben nicht alle nötigen Informationen bekommen konnte, oder nur mit größerem Aufwand, und in der ich die Entscheidung dann mit Teilinformationen treffen musste.

Eine Metapher, die ich für mich gefunden habe, stammt aus meinem eigenen Leben. Ich nenne sie “Die Katzenmetapher”.

Zu Hause bei meinen Eltern hatten wir eine Katze. Sie war recht dunkel, und liebte es, abends und auch nachts draussen herumzustreunen (mal im Ernst, wer liebt das nicht?). Wollte sie wieder in die Wohnung, postierte sie sich schweigen vor der Balkontür, bis jemand sie hereinließ.

Nun war es aber so, dass, bedingt durch ihren Lebenswandel, sie oft hereinwollte, wenn es schon dunkel war. Da ich natürlich die Katze nicht gerne draussen stehen lassen wollte – schliesslich sollte sie es auch auf Wunsch schön warm haben – standen ich nun vor dem Problem, dass ich erkennen musste, ob die Katze draussen ist, um sie hereinzulassen.

Es gab, wie so oft, zwei Fälle. Im ersten Falle war die Katze da. Das erkannte ich an zwei leuchtenden Augen, die direkt an der Scheibe postiert waren. Auch bei schwachem Licht in der Küche und keinem Licht draussen reflektierten diese Augen wie zwei Scheinwerfer das Licht. Egal wie dunkel es war, ich bekam in diesem Fall alle nötigen Informationen, um die Tür zu öffnen und die Katze hereinzulassen, über meine Sinnesorgane.

Da war aber noch der zweite, weitaus schwierigere Fall. War die Katze nämlich nicht da, so ließ ein Blick nach Draussen in die Dunkelheit nichts erkennen. Schliesslich war es ja dunkel. Da es aber sehr dunkel war, konnte ich ja nicht sicher wissen, ob die Katze nicht vielleicht doch da war.

Im Winter die Tür öffnen, die Kälte hereinlassen, um nach draussen zu spähen, oder draussen das Licht einzuschalten, wollte ich natürlich nicht. Ich wollte aber auch nicht, dass die Katze alleine draussen in der Kälte ihr Dasein fristen muss.

Was also tun? Die Informationen von Draussen reichten mir einfach nicht, um die Entscheidung zu treffen, ob die Katze jetzt tatsächlich nicht da ist. Meine Sinne lieferten mir in diesem Fall keine ausreichenden Informationen.

Irgendwann stellte ich dann fest, dass es ja nur diese zwei Fälle gibt, und die sich gegenseitig ausschließen. Wenn ich also über meine Sinne nicht sicher sagen kann, ob die Katze draussen sitzt oder nicht, dann weiß ich, mittels einer logischen Schlußfolgerung, dass sie nicht draussen sein kann. Denn dann wäre das ja der andere Fall, und ich könnte sie eindeutig sehen.

Das ist jetzt keine Entscheidung, die alleine aufgrund der vorliegenden Informationen getroffen wird, sondern aufgrund der vergangenen Erfahrungen mit den Möglichkeiten.

Wenn ich nun also vor der Kuchentheke stehe, und einfach nicht sicher bin, ob ich ein Stück Kuchen will, oder nicht, dann überlege ich: Es gibt nur die zwei Möglichkeiten, entweder ich will ein Stück Kuchen oder nicht. Wenn ich ein Stück Kuchen in der Vergangenheit wollte, dann wusste ich das. Das Wasser läuft mir im Mund zusammen, ich verspüre aktiv Lust auf den Kuchen. Habe ich dieses Gefühl nicht, sondern bin unsicher, ob ich Kuchen will, schließe ich daraus nach dem gleichen Prinzip, dass ich keinen will.

Während das Kuchenbeispiel primitiv ist, ist das auch auf wichtigere Dinge übertragbar. Wenn ich aus den vorliegenden Informationen nicht sagen kann, für was ich mich entscheiden soll, überlege ich, welche Möglichkeiten es gibt, und ob ich welche davon ausschließen kann, weil sie eindeutig sind. Oft bleibt nicht viel übrig, und die diffusen Gefühle sind genaugenommen eindeutiger, als ich denke.

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Info:
Die Katzenmetapher ist Beitrag Nr. 583
Autor:
Masterdecoy am 27. November 2009 um 11:24
Kategorie:
Allgemeines
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1 Kommentar

  1. Trebor*

    Wie’s aussieht, sehen hier die “üblichen” Kommentatoren schwarz, ausgenommen die “zwei Lichtblicke” natürlich.

    #1 Kommentar vom 30. November 2009 um 17:03

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