2. Dezember 2009
Genau richtig. Das musste ich einfach kurz posten. Bei uns am Bischofskreuz ist bis zum 5.12. ab 19 Uhr Happy Hour im Edeka. Gilt nur für drei Produkte, aber ich hab gestern Abend Hackfleisch zum halben Preis gekauft, heute gabs Risotto. Hackfleischhappyhour, was man nicht alles erlebt.
Vor kurzem eine Karte von Kabelbw in meinem Briefkasten. KEINE WERBUNG! Steht ganz groß auf der Karte. Um Rückruf wird gebeten, handschriftlich eine Handy- und Festnetznummer angeführt.
Nun bin ich kein Kunde von Kabelbw. An regelmäßiges Telefonklingeln mit falsch verbunden habe ich mich schon gewöhnt, ebenso an regelmäßiges Türklingeln mit Paketen für Nachbaren, bitte um Türöffnung oder einmal sogar “Entschuldigung, ich habe mich verwählt”. Verwählt? An der Klingel? Wohl kaum…
Aber die anderen Besonderheiten, die spezifisch für die Adresse sind, wecken mein Interesse immer wieder aufs Neue. Ein Älterer Herr, der, gut gekleidet, durch den Flur streunt, an die Tür klopft. Ich mache auf. Er sucht eine Gerüstbau Firma, “das sind so Türken”, die angeblich in dem Haus ihre Adresse hat. Er zeigt mir die Karte, tatsächlich. Den “Firmensitz” in einem Haus mit nur Einzimmerwohnungen. Leider stehen an den Türen keine Namen, und er sucht vergebens.
Aber zurück zur Karte. Ich vermute also, meine Vormieterin hatte Kabelbw, und ich muss das irgendwie abmelden, rufe da also an. Beim ersten Mal niemanden erreicht, beim zweiten Mal nimmt eine der Stimme nach nette ältere Dame ab.
Weswegen ich anrufe. Ja, ich habe eine Karte eingeworfen bekommen, mit der Bitte um Rückruf. Ah, ob ich den KabelBW zum Fernsehen benutze. Nein, nutze ich nicht. Ob ich das denn jetzt vorhabe? Nein, habe ich nicht. Ob ich denn einen Fernseher habe. Nein, habe ich nicht. Die Frau schon etwas ratlos.
Doch enthusiastisch spricht sie weiter. Der Herr Feser könnte das einrichten, wenn ich das nutzen will. Der Herr Feser hätte auch andere tolle Angebote, für Telefon und Internet. Der Herr Feser müsste das Kabelfernsehen dann Anschalten. Wenn ich Fragen hätte, könnte ich auch Hernn Feser nochmal anrufen.
Insgesamt beendete ich das Gespräch mit dem sicheren Gefühl, dass Herr Feser der ultimative Ansprechpartner in Sachen Kabelfernsehen und Internet sowie Telefon ist. Wie diese Frau das gemacht hat, ist mir ein Rätsel. Das war kein Marketing Training, keine ausgefeilte Strategie.
Ob sie seine Sekretärin, Frau, Mutter, Tochter oder sonstwas war, kann ich nicht sagen. Fest steht jedoch, dass durch ihre Überzeugung, Herr Feser wäre für alles der kompetente Ansprechpartner, ich auf eine besondere Weise ebenfalls überzeugt wurde. Alleine das häufige Verwenden des Namens (ich kann nicht genau sagen wie oft, aber duzende Male) prägte selbiger sich so ein, dass ich einfach das Gefühl habe, Herrn Feser vom Hörensagen zu kennen.
Ich brachte es nicht über’s Herz, die Karte wegzuwerfen, und habe mir mittlerweile die Nummern abgeschrieben. Sollte ich mal Kabelbw benötigen, werde ich mit Sicherheit Herrn Feser anrufen.
1. Dezember 2009
Am Sonntag war ich zu einem Geburtstags-Salsa-Brunch eingeladen. Am Nachmittag sollte in den Räumlichkeiten der Tanzschule Timbalaye gegessen und getanzt werden.
Mit einem Tomatensalat bewaffnet machte ich mich per Straßenbahn auf den Weg. Etwas verschwommen war die Welt, denn ich hatte keine Kontaktlinsen an. Warum?

Nachdem ich den Salat gemacht hatte, zu dem auch ein paar Chilischoten gehörten, war ich nicht geistesgegenwertig genug zu überdenken, wie weh es schon tut, sich damit ins Auge zu fassen, geschweige denn, eine Kontaktlinse mit dem chiliöligen Finger in das Auge zu stecken.
Mit Mühe bekam ich das Auge wieder auf, und die Linse raus, doch alles abwaschen hat nichts geholfen. Die Linse war vorerst nicht mehr verwendbar.
Halbblind dann zur Straßenbahn. Schon auf der Hinfahrt, ein älterer Mann neben mir spricht mich auf den Salat an: “Sind da nur Tomaten drin?”. Öh ja, nur Tomaten. “Warum denn keine Wurst?” Er sprach mir aus der Seele, da fehlt das Fleisch! Es gibt auch Menschen, die das nicht mögen, und daher nur Tomaten. Das könne und würde er nicht essen. Nur Tomaten.
Danach noch ein wenig tomatensalatbasierter Smalltalk.
Dann die Party, Reggaetonworkshop, Salsatanzen, ein paar Runden Rueda. Nebenher ein wenig Brunchen. Eine sehr gelungene Party, wirklich ein Erlebnis. Die beste Geburtstagsparty des Jahres?
Auf der Rückfahrt dann, mit dem Rest Tomatensalat. Ein kleines Mädchen spricht mich an. “Was machst du damit?” Na essen, was sonst! “Und wo?” Zu Hause, ich bin auf dem Weg nach Hause. “Und warum?” Ja, das ist eine gute Frage, ich erzähle ihr, dass ich von einer Party komme, und der Salat übrig war, doch das war wohl zu viel Story, und sie verliert das Interesse.
Nun esse ich seit drei Tagen Tomatensalat (eigentlich war das eine Salsa, aber schmeckt auch so gut, Koriander, Limettensaft und Chili mit dabei), so langsam könnte er mal leer sein. Aber wenn ich das nächste Mal Straßenbahn fahre an einem Sonntag, brauche ich unbedingt wieder einen Salat.