Der Blick aus meinem Fenster, den ich schon einmal im Herbst gepostet hatte, ist schon richtig frühlingshaft.
Dennoch hat mich noch nicht die Frühlingseuphorie gepackt, die laut Wikipedia heutzutage ohnehin den Naturvölkern vorbehalten zu sein scheint. Eher von Frühjahrsmüdigkeit würde ich sprechen. Doch bestimmt wird die sich bald verabschieden, und das gute Wetter mich zu Aktivität nach draußen locken. Dieses Jahr habe sogar ich etwas Winterspeck angelegt, den ich bald an der frischen Luft in Energie umsetzen werde.
Beim Blutspenden meinte die gute Frau, die Temperatur, Puls/Blutdruch und Eisengehalt mißt, die Spender hätten dank Frühling im Schnitt schon eine höhere Körpertemperatur. Auch meine Zimmertemperatur ist schon etwas höher, und wird mich bald nach draußen treiben. Vorerst schließe ich jedoch mit “Der Frühling” von Heinz Erhardt.
Wie wundervoll ist die Natur!
Man sieht so viele Blüten,
auch sieht man Schafe auf der Flur
und Schäfer, die sie hüten.
Ein leises Lied erklingt im Tal:
der müde Wandrer singt es.
Ein süßer Duft ist überall,
nur hier im Zimmer stinkt es.
Gerade bin ich von einem sehr unterhaltsamen Abend nach Hause gekommen. Der Heimweg führte mich 25 Minuten unter anderem durch den Seepark zu Fuß nach Hause. Es lag Schnee. Viel Schnee.
Heute Mittag, als ich einen ähnlichen Weg zurücklegte, war es das erste Mal diesen Winter, dass ich am Schnee Freude hatte. Es war kalt, ich war jedoch warm angezogen. Bis auf sehr wenige Leute war niemand unterwegs, denn es war glatt. Ein wuscheliger schwarzer Hund geht mit seinem Herrchen Gassi. Er sieht albern aus im Schnee.
Der Weg heute Abend übertraf das noch bei weitem. Ein wunderschöner Spaziergang. Ich gehe nie alleine Spazieren, es kommt mir albern vor. Dennoch bin ich froh über so eine Ausrede. Es war dunkel, recht dunkel. Ein absolut winterliches, weihnachtliches Gefühl. Vereinzelte Leute im Seepark. Ich entdecke jemanden, der durch den Schnee stapft, Jacke bis oben zu. Er trägt einen Bürostuhl über dem Kopf. Ich muss lachen.
Es ist kalt, aber nicht zu kalt. Es ist nass, aber nicht zu nass. In letzter Zeit wollte ich immer unbedingt irgendwohin, oder was erledigen, Einkaufen. Und der Schnee war ein Hindernis. Heute Abend war der Schnee Dekoration einer schöneren Welt.
Vor kurzem eine Karte von Kabelbw in meinem Briefkasten. KEINE WERBUNG! Steht ganz groß auf der Karte. Um Rückruf wird gebeten, handschriftlich eine Handy- und Festnetznummer angeführt.
Nun bin ich kein Kunde von Kabelbw. An regelmäßiges Telefonklingeln mit falsch verbunden habe ich mich schon gewöhnt, ebenso an regelmäßiges Türklingeln mit Paketen für Nachbaren, bitte um Türöffnung oder einmal sogar “Entschuldigung, ich habe mich verwählt”. Verwählt? An der Klingel? Wohl kaum…
Aber die anderen Besonderheiten, die spezifisch für die Adresse sind, wecken mein Interesse immer wieder aufs Neue. Ein Älterer Herr, der, gut gekleidet, durch den Flur streunt, an die Tür klopft. Ich mache auf. Er sucht eine Gerüstbau Firma, “das sind so Türken”, die angeblich in dem Haus ihre Adresse hat. Er zeigt mir die Karte, tatsächlich. Den “Firmensitz” in einem Haus mit nur Einzimmerwohnungen. Leider stehen an den Türen keine Namen, und er sucht vergebens.
Aber zurück zur Karte. Ich vermute also, meine Vormieterin hatte Kabelbw, und ich muss das irgendwie abmelden, rufe da also an. Beim ersten Mal niemanden erreicht, beim zweiten Mal nimmt eine der Stimme nach nette ältere Dame ab.
Weswegen ich anrufe. Ja, ich habe eine Karte eingeworfen bekommen, mit der Bitte um Rückruf. Ah, ob ich den KabelBW zum Fernsehen benutze. Nein, nutze ich nicht. Ob ich das denn jetzt vorhabe? Nein, habe ich nicht. Ob ich denn einen Fernseher habe. Nein, habe ich nicht. Die Frau schon etwas ratlos.
Doch enthusiastisch spricht sie weiter. Der Herr Feser könnte das einrichten, wenn ich das nutzen will. Der Herr Feser hätte auch andere tolle Angebote, für Telefon und Internet. Der Herr Feser müsste das Kabelfernsehen dann Anschalten. Wenn ich Fragen hätte, könnte ich auch Hernn Feser nochmal anrufen.
Insgesamt beendete ich das Gespräch mit dem sicheren Gefühl, dass Herr Feser der ultimative Ansprechpartner in Sachen Kabelfernsehen und Internet sowie Telefon ist. Wie diese Frau das gemacht hat, ist mir ein Rätsel. Das war kein Marketing Training, keine ausgefeilte Strategie.
Ob sie seine Sekretärin, Frau, Mutter, Tochter oder sonstwas war, kann ich nicht sagen. Fest steht jedoch, dass durch ihre Überzeugung, Herr Feser wäre für alles der kompetente Ansprechpartner, ich auf eine besondere Weise ebenfalls überzeugt wurde. Alleine das häufige Verwenden des Namens (ich kann nicht genau sagen wie oft, aber duzende Male) prägte selbiger sich so ein, dass ich einfach das Gefühl habe, Herrn Feser vom Hörensagen zu kennen.
Ich brachte es nicht über’s Herz, die Karte wegzuwerfen, und habe mir mittlerweile die Nummern abgeschrieben. Sollte ich mal Kabelbw benötigen, werde ich mit Sicherheit Herrn Feser anrufen.
Masterdecoy • 10:37 • Allgemeines • Kommentare sind deaktiviert
Am Sonntag war ich zu einem Geburtstags-Salsa-Brunch eingeladen. Am Nachmittag sollte in den Räumlichkeiten der Tanzschule Timbalaye gegessen und getanzt werden.
Mit einem Tomatensalat bewaffnet machte ich mich per Straßenbahn auf den Weg. Etwas verschwommen war die Welt, denn ich hatte keine Kontaktlinsen an. Warum?
Nachdem ich den Salat gemacht hatte, zu dem auch ein paar Chilischoten gehörten, war ich nicht geistesgegenwertig genug zu überdenken, wie weh es schon tut, sich damit ins Auge zu fassen, geschweige denn, eine Kontaktlinse mit dem chiliöligen Finger in das Auge zu stecken.
Mit Mühe bekam ich das Auge wieder auf, und die Linse raus, doch alles abwaschen hat nichts geholfen. Die Linse war vorerst nicht mehr verwendbar.
Halbblind dann zur Straßenbahn. Schon auf der Hinfahrt, ein älterer Mann neben mir spricht mich auf den Salat an: “Sind da nur Tomaten drin?”. Öh ja, nur Tomaten. “Warum denn keine Wurst?” Er sprach mir aus der Seele, da fehlt das Fleisch! Es gibt auch Menschen, die das nicht mögen, und daher nur Tomaten. Das könne und würde er nicht essen. Nur Tomaten.
Danach noch ein wenig tomatensalatbasierter Smalltalk.
Dann die Party, Reggaetonworkshop, Salsatanzen, ein paar Runden Rueda. Nebenher ein wenig Brunchen. Eine sehr gelungene Party, wirklich ein Erlebnis. Die beste Geburtstagsparty des Jahres?
Auf der Rückfahrt dann, mit dem Rest Tomatensalat. Ein kleines Mädchen spricht mich an. “Was machst du damit?” Na essen, was sonst! “Und wo?” Zu Hause, ich bin auf dem Weg nach Hause. “Und warum?” Ja, das ist eine gute Frage, ich erzähle ihr, dass ich von einer Party komme, und der Salat übrig war, doch das war wohl zu viel Story, und sie verliert das Interesse.
Nun esse ich seit drei Tagen Tomatensalat (eigentlich war das eine Salsa, aber schmeckt auch so gut, Koriander, Limettensaft und Chili mit dabei), so langsam könnte er mal leer sein. Aber wenn ich das nächste Mal Straßenbahn fahre an einem Sonntag, brauche ich unbedingt wieder einen Salat.
Um eine Entscheidung im Leben zu treffen, brauche ich Informationen. Habe ich alle nötigen und gewollten Informationen, fällt mir die Entscheidung meist nicht so schwer.
Doch immer öfters im Leben befand ich mich in einer Situation, in der ich eben nicht alle nötigen Informationen bekommen konnte, oder nur mit größerem Aufwand, und in der ich die Entscheidung dann mit Teilinformationen treffen musste.
Eine Metapher, die ich für mich gefunden habe, stammt aus meinem eigenen Leben. Ich nenne sie “Die Katzenmetapher”.
Zu Hause bei meinen Eltern hatten wir eine Katze. Sie war recht dunkel, und liebte es, abends und auch nachts draussen herumzustreunen (mal im Ernst, wer liebt das nicht?). Wollte sie wieder in die Wohnung, postierte sie sich schweigen vor der Balkontür, bis jemand sie hereinließ.
Nun war es aber so, dass, bedingt durch ihren Lebenswandel, sie oft hereinwollte, wenn es schon dunkel war. Da ich natürlich die Katze nicht gerne draussen stehen lassen wollte – schliesslich sollte sie es auch auf Wunsch schön warm haben – standen ich nun vor dem Problem, dass ich erkennen musste, ob die Katze draussen ist, um sie hereinzulassen.
Es gab, wie so oft, zwei Fälle. Im ersten Falle war die Katze da. Das erkannte ich an zwei leuchtenden Augen, die direkt an der Scheibe postiert waren. Auch bei schwachem Licht in der Küche und keinem Licht draussen reflektierten diese Augen wie zwei Scheinwerfer das Licht. Egal wie dunkel es war, ich bekam in diesem Fall alle nötigen Informationen, um die Tür zu öffnen und die Katze hereinzulassen, über meine Sinnesorgane.
Da war aber noch der zweite, weitaus schwierigere Fall. War die Katze nämlich nicht da, so ließ ein Blick nach Draussen in die Dunkelheit nichts erkennen. Schliesslich war es ja dunkel. Da es aber sehr dunkel war, konnte ich ja nicht sicher wissen, ob die Katze nicht vielleicht doch da war.
Im Winter die Tür öffnen, die Kälte hereinlassen, um nach draussen zu spähen, oder draussen das Licht einzuschalten, wollte ich natürlich nicht. Ich wollte aber auch nicht, dass die Katze alleine draussen in der Kälte ihr Dasein fristen muss.
Was also tun? Die Informationen von Draussen reichten mir einfach nicht, um die Entscheidung zu treffen, ob die Katze jetzt tatsächlich nicht da ist. Meine Sinne lieferten mir in diesem Fall keine ausreichenden Informationen.
Irgendwann stellte ich dann fest, dass es ja nur diese zwei Fälle gibt, und die sich gegenseitig ausschließen. Wenn ich also über meine Sinne nicht sicher sagen kann, ob die Katze draussen sitzt oder nicht, dann weiß ich, mittels einer logischen Schlußfolgerung, dass sie nicht draussen sein kann. Denn dann wäre das ja der andere Fall, und ich könnte sie eindeutig sehen.
Das ist jetzt keine Entscheidung, die alleine aufgrund der vorliegenden Informationen getroffen wird, sondern aufgrund der vergangenen Erfahrungen mit den Möglichkeiten.
Wenn ich nun also vor der Kuchentheke stehe, und einfach nicht sicher bin, ob ich ein Stück Kuchen will, oder nicht, dann überlege ich: Es gibt nur die zwei Möglichkeiten, entweder ich will ein Stück Kuchen oder nicht. Wenn ich ein Stück Kuchen in der Vergangenheit wollte, dann wusste ich das. Das Wasser läuft mir im Mund zusammen, ich verspüre aktiv Lust auf den Kuchen. Habe ich dieses Gefühl nicht, sondern bin unsicher, ob ich Kuchen will, schließe ich daraus nach dem gleichen Prinzip, dass ich keinen will.
Während das Kuchenbeispiel primitiv ist, ist das auch auf wichtigere Dinge übertragbar. Wenn ich aus den vorliegenden Informationen nicht sagen kann, für was ich mich entscheiden soll, überlege ich, welche Möglichkeiten es gibt, und ob ich welche davon ausschließen kann, weil sie eindeutig sind. Oft bleibt nicht viel übrig, und die diffusen Gefühle sind genaugenommen eindeutiger, als ich denke.
Diese Gattung von Büchern, in den letzten drei bis vier Jahrhunderten entstanden und entwickelt, dem Inhalt nach Unterhaltungsliteratur, verliert so langsam mein Interesse.
Nachdem ich mir für die internetlose Phase direkt nach meinem Umzug Harry Potter Teil fünf bis sieben ausgeliehen hatte, musste ich nun feststellen, dass ich fünf Monate gebraucht habe, um selbige zu lesen.
Da stellt sich nun die Frage, warum? Sicherlich waren die Bücher für mich sehr unterhaltsam, und trotz englischer Sprache bis auf einzelne Worte sehr gut verständlich. Auch konnte ich sie mir unterwegs in der Straßenbahn zu Gemüte führen.
Eben dieser Umstand bewirkt dann aber auch, dass ich mir das Lesevergnügen teilweise in zu kleine Happen einteilte, hier mal 5 Minuten, dort mal 10 Minuten. Sowas würde ich den Nachfolgern diese Freizeitbeschäftigung, nämlich Filmen oder Serien, doch nie antun, so ich nicht von Werbung dazu gezwungen werde.
Ich glaube, dass Innovationen wie Kindle oder Ebooks für den Belletristikbereich keine Zukunft haben. Serien und Filme, die diese Tage in Mengen und auch in guter Qualität produziert werden, lösen Romane einfach ab.
So hoffe ich einfach in Zukunft auf mehr spannende Geschichten wie “Heroes”, und mehr kurzweilige Unterhaltung wie “The Big Bang Theory”. Zum lesen in der Straßenbahn gibt es noch genügend interessante Sachbücher.
Ich habe mich ein wenig erkältet. Wie immer durchläuft meine Erkältung verschiedene Phasen, ich habe verschiedene Ideen darüber, was ich tun und/oder lassen sollte, aber ich weiß nicht so recht, was ich eigentlich habe, und es gibt auch keine konkreten Anleitung, wie ich damit umgehen sollte.
Das Internet hat es geschafft, für beinahe jeden möglichen Vorgang Beschreibungen, Guides und Informationen bereitzustellen. Nur kann ich nichts finden. Zumindest nichts, was meinen Vorstellungen gerecht wird. Meine Taschentücherbox sieht nicht ganz so aus, wie diese im ironischen Design (oder motivierendem Design?).
Die Symtpome: Samstag blendend fit aufgewacht. Gegen Nachmittag Halsschmerzen bekommen. Sonntag mit mehr Halsschmerzen aufgewacht, dazu kam gegen Nachmittag eine leichte Schniefnase, sowie ein schwacher Hustenreiz. Montag augewacht, weniger Halsschmerzen, gleicher Hustenreiz, mehr Schniefnase.
Es müsste also zumindest eine Symptombeschreibung geben, was nach was kommt, damit man weiß, wo man in der Erkältung steht. Statt dessen finde ich Hausmittel.
Während ich mich mit “warm anziehen”, “nicht überanstrengen”, “genügend schlafen und essen” noch sehr gut anfreunden kann, hört es bei mir auf, wenn ich “Braunen Kandiszucker, Zwiebelstücke und frische oder getrocknete Brombeerblätter miteinander etwas kochen” soll, das Ganze dann “ein bißchen ziehen lassen, danach durchsieben und heiss trinken.” Wo ist da bitte der Zusammenhang, und falls es ihn gibt, warum wird er nicht aufgeführt?
Ich habe mich bei PC Problemen schon daran gewöhnt, dass ich mythischen Wegen folgen muss, die keinen direkt ersichtlichen Zusammenhang zum Problem haben, doch weiß ich meistens, was genau ich tue, und kann zumindest kryptische Informationen darüber den Dialogfeldern entnehmen.
Wenn mir also jemand sagen kann, warum ich Zwiebeln neben das Bett stellen soll, ein 20minütiges Armbad (Hallo?) nehmen, oder irgendwas mit Vaseline und Kleinkindern veranstalten soll, dann her mit den Zusammenhängen. Ansonsten werde ich es bei Essen, Schlafen und Abwarten belassen.
“Die besten Ärzte der Welt sind Dr. Essen, Dr. Ruhe und Dr. Fröhlich.” - Jonathan Swift
Auf der Suche nach einem anderen Buch, dass ich vor einiger Zeit mal im Buchladen gesehen habe, bin ich über ein neueres Buch gestolpert mit dem Titel “Dinge geregelt kriegen”.
Nun gibt es im Regal mit den populärpsychologischen Werken mittlerweile ein ganzes Regalfach voller Titel zum Thema “Getting Things Done” und Prokrastination. Das haut mich normalerweise nicht sonderlich von den Socken. Schließlich meint jeder, der seine Sachen regelt, er hat DIE Methode gefunden, und könnte sie einfach jedem Bedürftigen per Buch reinprügeln.
Doch dieses Buch war anders. Der Untertitel verriet es: “… ohne einen Funken Selbstdisziplin”. Ohne Selbstdisziplin also. Das war interessant. Ich schlug das Buch auf, überflog es, und las an zwei bis drei Stellen quer.
Direkt stieß ich auf die einleitende Schöpfungsgeschichte, die euch das Video viel schöner nacherzählt, als ich es könnte:
Mittlerweile habe ich das Buch gelesen, und der erste Eindruck wurde bestätigt. Endlich habe ich wieder einmal ein Buch gefunden, das nicht versucht, durch Selbstdisziplin – in dem Buch ein eindeutig negativ belegter Begriff – oder Ähnliches den Leuten Pläne und Vorgehensweisen aufzudrängen, die aufgrund des eigentlichen Problems von vorneherein zum Scheitern verurteilt sind.
Wenn ihr also zu den Leuten gehört, die lästige Arbeiten gerne ein wenig vor sich herschieben, oder ihr etwas unordentlich seid, oder ihr solche Leute kennt, dann könnte euch dieses Buch gefallen, weil…
…ihr lest, wie man damit umgeht, ohne ein Problem damit zu haben oder es zu ändern.
…ihr lest, dass es andere noch viel schlimmer getroffen hat als euch.
…ihr lernt, auch wenn ihr nicht betroffen seid, wie man mit Betroffenen besser zurecht kommt.
Das wichtigste für die Zuspätkommer unter uns ist natürlich die “Chindogu Clock for Procrastinators”. Nach Chindogu, der japanischen Kunst, beinahe nutzlose Dinge zu erfinden, geht diese Uhr zwischen 0 und 15 Minuten vor, was sich aber ständig ändert.
So hat sie gegenüber einer selbst vorgestellten Uhr den Vorteil, dass man nicht weiß, ob und wie weit sie vorgeht, und daher eventuell etwas pünktlicher ist. Als Webapplikation, für PC oder Mac gibts hier die Downloadlinks der Uhr.
Zum Abschluss noch die Definition von “Effizienter Zeitverschwendung” aus einer Online-Enzyklopädie, zitiert nach dem vorliegenden Buch: “Wenn eine bestimmte Zeitspanne als verschwendet gelten soll, darf sich keinerlei persönlicher, spiritueller, sozialer oder materieller Nutzen daraus ergeben.” Na dann sucht mal was!
Der goldene Herbst. Ich bin ja ein Fan dieser Jahreszeit. Wenn es noch nicht zu kalt ist. Wenn es hin und wieder regnerisch ist, es aber auch diese Tage gibt, an denen der Regen die Luft herrlich klar gemacht hat.
Spaziergänge im bunten Laub in dicker Jacke. Dann drinnen heiße Getränke. Den Blick aus dem Fenster genießen.
Dazu geht das Chorleben in die heiße Phase. Probewochenenden, Mitgliederversammlungen, Konzertvorbereitungen und Konzerte.
Tanzen ist auch wieder etwas angenehmer, wenn man nicht schon völlig überhitzt und verschwitzt dort ankommt (obwohl das Fahrradfahren da eher abträglich ist). Neben den Kursen gibt es auch wieder den schönen Konzerthausball, der glücklicherweise genau an dem Wochenende stattfindet, an dem ich zumindest Freitags kann. Mal sehen, wann der Kurs gehen will.
Schließen möchte ich mit einem Zitat von Albert Camus, das die kommende Jahreszeit doch sehr treffend beschreibt:
“Der Herbst ist ein zweiter Frühling, wo jedes Blatt zur Blüte wird.”
Letzten Freitag waren wir bei http://www.abenteuer-im-wald.de/ in Kenzingen. Hätte ja nicht gedacht, dass das so cool ist, aber es hat wahnsinnig Spass gemacht.
Im Endeffekt geht es um Klettern, Balancieren. Nach einer kurzen Sicherheitseinweisung und dem Anlegen der Sicherheitsausrüstung kann man sich den Parcour selbst aussuchen. Man sichert sich jeweils an einer Sicherungsleine, und dann kann es losgehen.
Von einfachen Strickleitern und Hängebrücken, über kompliziertere Arrangements mit Reifen oder hintereinanderhängenden Schaukeln ist alles dabei. Teilweise echt Indiana-Jones-reif. Sogar Seilrutschen gibt es, nicht zu knapp (wie das hier: http://tinyurl.com/seilrutsche). Das alles in 5-10 Metern Höhe.
Für professionelle Slacker werden die Balanceübungen wohl einfacher sein, ich musste schon die Sicherungsleine als Stütze zur Hilfe nehmen, wenn als Überweg nur ein Balancierseil gegeben war.
Zu guter letzt auch noch einen sogenannten Power Fan. Man seilt sich an, und verlässt dann mit einem beherzten Schritt die 10 Meter hohe Plattform. Der Sturz wird duch eine spezielle Winde gebremst, sodass man sicher unten ankommt. Dennoch ein lustiges Gefühl, und es kostet Überwindung, von der Plattform zu laufen.
Alles in allem nichts für Leute mit Höhenangst, und ein Vorteil für Leute mit einem guten Armkraft/Körpergewicht-Verhältnis, da man sich mit den Armen über viele komplizierte Übergänge leichter rüberhelfen kann.