31. August 2009
Der Monat August geht zu Ende. Draussen kündigt sich bereits der Herbst an. Es kühlt ab, Blätter fallen von den Bäumen und es geht ein spektakulärer Wind.
Rückblickend auf den diesjährigen Sommermonat kann ich nur sagen: Es war mein genialster August. Ich habe jeden Tag genossen, ob im Urlaub, beim Tanzen, mit Freunden.
Ich bin ein Mensch, der die Gegenwart geniesst, nicht die Vergangenheit. Und doch muss ich hier zurückblicken. Teilweise musste ich unwillkürlich lachen. Einfach so, aus purer Lebensfreude. Ich kann selbst nicht sagen, woher diese Euphorie kommt.
Nun freue ich mich auf eine etwas kältere Jahreszeit, in der ich wieder richtig heißen Kaffee genießen kann, nicht bereits verschwitzt beim Tanzen ankomme, und Gäste meine kleine Wohnung nicht direkt auf 30° aufheizen.
24. August 2009
Da ich gerade noch etwas Zeit übrig habe, möchte ich noch kurz meine Eindrücke von letztem Samstag schildern. Ich war das erste Mal zum Salsa dort. Die Location ist ziemlich cool, auch wenn das Event an sich wohl die Belegschaft überfordert.
Leute stehen auf, zum tanzen, und verschwinden dann wohl teilweise, absichtlich oder unabsichtlich, ohne zu bezahlen. Ansonsten wars draussen ein bissl kühl, und drinnen recht wenig Platz. Aber Laune machts trotzdem.
Der Workshop von Rueda con Chocolate war absolut genial. Endlich kann man auch als Mann beim Tanzen das Gehirn ausschalten, und einfach tanzen, was der Ansager sagt.
Nein, Spass beiseite, es macht einfach Spass, Salsa mal auf diese neue Art und Weise auszuprobieren. Für die Interessierten bietet Rueda con Chocolate jetzt einen relativ kostenlosen Workshop über 4 Abende in der Jackson Pollock Bar an, wenn die Bar einverstanden ist. Darauf freue ich mich schon jetzt.

Masterdecoy •

13:34 •
Tanzen •
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23. August 2009

Keine spektakulären Erfolge oder Mißerfolge heute. Die Tatsache, dass ich kein Sieb besitze, erschwerte den Kochvorgang. Ebenso war mein Kampf mit dem Suppengrün am Ende eher ein Unentschieden.
Aber lecker wars, lecker lecker.

Masterdecoy •

22:16 •
Kochen •
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22. August 2009

Gestern wollte ich mich zum Essen mal einer etwas größeren Herausforderung stellen, als nur Fleisch anzubraten. Pikantes Schweinegulasch stand auf dem Programm. Natürlich wollte ich lieber statt dessen Pute verwenden.
Das Einkaufen war die erste große Hürde. Putenfleisch aus der Oberkeule, wie vorgeschlagen, konnte ich nirgends finden, und verblieb dann mit Putenbrust, natürlich wieder zu viel, da es nicht die passende Menge abgepackt gab.
Eine kleine Aubergine fand ich auch nicht, es gab nur Riesenkanonen, von denen ich dann eine mitgenommen hab. So ging es weiter.
“1 Päckchen Tomatenstückchen mit Zwiebeln und Knoblauch”? Was soll denn das sein, nie gesehen. 1/2 Dose Kichererbsen? Öh ich weiß nicht mal wie die Dinger aussehen, aber Erbsen sind doch Erbsen!
Zuhause angekommen, direkt festgestellt: Ich hab ja doch die Dose mit Tomaten genommen, obwohl ich keinen Dosenöffner hatte. Wie krieg ich die Dose auf? Folgendes ist das Ergebnis:

Ein Schraubenzieher tuts also auch. Doch schon bald das nächste Problem. Ich hab im Lidl die einzige Flasche Wein mit Korken erwischt, im Zeitalter des Schraubverschlusses. Und keinen Korkenzieher. Egal, kann man ja reindrücken. Mit viel Kraft und einem Löffelstiel Druck ausgeübt, und *plopp*, “Sie baden gerade ihre Hände darin!”.
Also erstmal flux die Küche sauber gemacht und vom Rotwein befreit, der ja jetzt auf war. Danach wollte ich einen Schluck einschenken: Mist, der Korken verstopft den Flaschenhals, muss ich ihm nochmal einen Schubs geben. *Plopp*, nochmal die gleiche Party. Manche lernen’s nie!
Am Ende hatte es nicht mehr viel mit dem urspünglichen Rezept zu tun, ergab aber eine sehr leckere Malzeit, von der man auch mal 12-16 Stunden statt wird, wenn man wie ich die Portion für zwei Personen isst.
21. August 2009
Nach unserem Chorzusammentreffen gestern, das als Probenersatz dienen sollte, haben wir eine Location gesucht, um den restlichen Abend zu verbringen. Nachdem wir nach und nach Leute verloren hatten, haben wir noch kurz damit begonnen, einen kleinen Wiener Walzer Kurs direkt am Bertholdsbrunnen durchzuführen.
Danach hat es uns in die Jackson Pollock Bar (http://www.jacksonpollockbar.com/Bar/index.html) verschlagen, in der Donnerstags Salsa gespielt wird. Ich war sehr begeistert.
Es war nicht allzu voll, genug Platz zum Tanzen. Offen bis um zwei, kostete keinen Eintritt, Cocktails nur 4,50 EUR. Was kann man sich mehr wünschen?

Wenn ich zu Beginn des Abends damit gerechnet hätte, wäre ich nicht in FlipFlops losgezogen. So konnte ich immerhin erfahren, dass man in FlipFlops und kurzen Hosen beim Tanzen genauso schwitzt, und dass Mittelstufe Salsa in FlipFlops zumindest möglich ist, aber auf Dauer keine gute Idee, wenn einem seine Füße lieb sind.
20. August 2009
Heute startete mein erster Kochversuch hier in der Wohnung. Nach einem entsprechenden Einkauf, ab an den Herd, und nach Kochbuch starten. Folgendes war das Ergebnis:

Die Zusammensetzung war an sich gut, kann im Moment keine Zusammenfassung machen, da KaloMa meinen Lightmozarella aus irgendeinem Grund nicht kennt. Das Kochbuch spricht von 70g P, 84g F, 19g KH. Kommt mir nicht ganz realistisch vor, obwohl der Mozarella schon einen recht hohen Fettanteil hat.
Ich habe schon einiges fürs nächste mal gelernt:
- Eine Pfanne mit Deckel ist kein nettes Gimmick, sondern ermöglicht es normalerweise dem Käse zu schmelzen, bevor das Steak unten anbrennt oder austrocknet.
- Eine einzelne Knoblauchzehe in mehrere Scheiben zu schneiden ist extrem schwierig.
- Die Tomate sollte nicht zu groß sein, um dem Käse nicht das Leben schwer zu machen.
Alles in allem war es lecker, das nächste Mal mach ichs noch besser, und vor allem, in kürzerer Zeit.
Auch im Zeitalter der kabellosen Kommunikation sieht die nähere Umgebung der TAE-Dose für gewöhnlich ungefähr so aus:

Wenn dann noch keine Steckdose für Strom in der Nähe ist, hat man halt komplett verloren, da Telefone und Router nunmal auch versorgt werden wollen. Der Kabelsalat ist nicht aufzuhalten. Oder doch?

In meiner urlaubsbedingten Abwesenheit haben mein Vater und mein Bruder ganze Arbeit geleistet: Kein Kabelsalat, nichts hängt im Weg und stört beim Putzen. Alles perfekt versorgt, perfekt angeschlossen. Vielen Dank für diese Installation, da bleiben sogar für meinen Perfektionismus keine Wünsche offen.
19. August 2009
Ich bin aus der Sommerfreizeit zurück. Es waren herrliche Tage voller Wandern, Singen, Tanzen, Essen, Tischtennis spielen und vieles mehr. Und nun, nachdem ich mit einer 11 Stunden Nacht ein paar Defizite ausgeglichen habe, fällt mir eins auf: Ich habe seit 5 Tagen das Bändchen nicht gewechselt.
Mit diesem Bändchen hat es folgendes auf sich: Im Blog von Tim Ferriss bin ich auf ein Experiment von Will Bowen gestoßen. Er postuliert zunächst, dass die Worte, die man verwendet, die Gedanken bestimmen, nicht umgekehrt. Und das aus diesen Gedanken wiederum Emotionen und Handlungen folgen.
Darauf basierend geht er davon aus, dass man durch Konditionierung nicht nur negative Worte vermeiden kann, sondern darauf basierend negatives Erleben und Verhalten.

Man bekommt also ein Armband (oder besorgt sich eben selbst eins), das man an ein Handgelenk anlegt. Immer wenn man nun flucht, meckert oder unkonstruktiv kritisiert, muss man das Armbändchen abmachen und ans andere Handgelenk anlegen.
Auf diese Weise achtet man sehr darauf, was man sagt, und ist sich stets bewußt, wenn man sich negativ äußert. Das Ziel des Experimentes ist es also, das Bändchen 21-Tage nicht abzulegen.
Nun bin ich in meinen Augen jemand, der sich selten aufregt, und auch nicht der Typ zum meckern. Aber es fiel mir erst mit dem Bändchen auf, wieviel ich doch noch meckere, fluche, “kleinen Ärger” habe. In Spanien damit begonnen, war das längste mal eineinhalb Tage.
Jetzt komme ich aus der Schweiz und stelle fest, dass ich seit der Abfahrt Freitag das Bändchen nicht wechseln musste. Ich weiß nicht, ob es die Magie des Gospel ist, oder einfach die Gesellschaft von so vielen echt netten Leuten, die sich derart beruhigend auf mich auswirkt.
Aber ich werde in Zukunft darauf achten, ob ich jemals in Gesellschaft unseres Chors das Bändchen wechseln muss.
Blogeintrag Tim Feriss: http://www.fourhourworkweek.com/blog/2007/09/18/real-mind-control-the-21-day-no-complaint-experiment/
Buch von Will Bowen: http://www.amazon.com/gp/product/0385524587?ie=UTF8&tag=offsitoftimfe-20&linkCode=as2&camp=1789&creative=9325&creativeASIN=0385524587
14. August 2009
Kaum da, auch schon wieder weg. In wenigen Stunden gehts für 5 Tage in die Schweiz. Gerade noch das Zeug gepackt. Wird wohl wieder eine kurze Nacht, aber so muss es halt sein. Wenigstens schnarche ich im Sitzen nicht, muss der Dialog auf der Autofahrt wohl wieder ohne mich stattfinden.
http://schwarzsee.ch
Da fahren wir hin, falls jemand stöbern will. Die Seite ist aber nicht besonders übersichtlich. Eventuell mach ich ja ein paar Fotos, dann könnt ihr die Location sehen, wenn auch nur in zwei Megapixeln. Live ist das viel schöner.
Jetzt gehe ich aber ins Bett, und lasse euch erstmal wieder alleine. Dienstag komme ich aber wieder, also kann die Action dann weiter gehen. Gute Nacht
13. August 2009
… hat der Urlaub richtig gut getan. Offenbar scheint fast jeder, der meinen Reisegefährten kennt, der Meinung zu sein, es wäre nur schwer eine Woche mit ihm auszuhalten. Entgegen dieser verbreiteten Ansicht gab es keinerlei Probleme für mich im miteinander Auskommen.
Wir sind sicherlich oft verschiedener Meinung, aber ich komme offensichtlich besser mit seiner Art zu recht, als andere, und er, so scheint es mir zumindest, ganz gut mit meiner.
Ich war seit schätzungsweise vier Jahren nicht mehr im Urlaub, von Chorfreizeit und Wochenendcamping abgesehen. Es hat mich mehr verändert, als ich gedacht hätte, wobei ich nicht weiß, ob das am Urlaub an sich, oder an der Art des Urlaubs lag.
Zumindest für jetzt hat die Zeit der Abwesenheit jegliches Interesse an Spielen wie Empire Universe, oder dem kleinen Fightspiel, das gerade unterwegs ist, getötet. Es gibt so viel zu erleben, und die Zeit am Rechner möchte ich entweder fokussiert verbringen, oder surfen auf Seiten, die für mich persönlich interessante oder relevante Informationen enthalten.
Ich möchte meine Zeit wieder auf Dinge konzentrieren, die mir wichtig sind. Zunächst werde ich mich weiter um meine Ernährung kümmern, und mich nebenbei mit neuen Möglichkeiten der Selbstkonditionierung beschäftigen.
Dies führt mich zu einem Artikel des Esquire (http://www.esquire.com/features/honesty0707). Es geht um die Maxime der Radical Honesty. Der aus Texas stammten Psychotherapeut Brad Blanton brachte die Bewegung ins Rollen.
Mit nur krassen Ausnahmen (du versteckst Anne Frank in deiner Wohnung, und ein Nazi klopft), sagt er jedem jederzeit über alles die Wahrheit. Die Implikationen sind eben so deutlich wie extrem: Keine Lügen oder auch nur kleinen Täuschungen in Beziehungen. Kein falsches Interesse, keine Ausreden.
Das Leben in seiner ganzen Einfachheit. Natürlich fragt man sich: Ist es nicht öfters notwendig, besonders in einer Beziehung, unaufrichtig zu sein? Dem anderen Interesse an seinem Tag zu signalisieren, obwohl man völlig andere Dinge im Kopf hat?
Ich glaube, das passiert öfters, als die Leute sich eingestehen. Eventuell auch verbunden mit einer Lüge an sich selbst, dass man wirklich Interesse hätte. Zerstört die absolute Ehrlichkeit so etwas?
Für mich wirft das sehr viele Fragen auf. Einerseits bin ich ein absoluter Fan vom “Öl im Getriebe des Miteinander”, was kleine Lügen nun einmal sind. Man nimmt die Schuld an einem Problem auf sich, um es lösen zu können. Man gibt Interesse in einem Vorstellungsgespräch vor, weil man den Job braucht. Man sagt einem Menschen nicht die Wahrheit, um ihn nicht zu verletzen.
Andererseits bin ich der Meinung, dass die Lüge nichts am Sachverhalt ändert. Wenn jemand grottenschlecht Klavierspielt, Gedichte schreibt, oder tanzt, tut man ihm doch keinen Gefallen damit, es ihm zu verschweigen. Man tut sich selbst einen Gefallen damit. Wenn man sich eingesteht, dass man den anderen belügt, um sich selbst vor der aus der Wahrheit entstehenden Situation zu schützen, hat man zumindest eine Lüge weniger.
Und wenn man es schafft, dem anderen die Wahrheit zu sagen, kann er vielleicht etwas an der Sache verbessern, oder sich einfach ein passenderes Hobby suchen.
Wie der Autor des oben genannten Artikels aufzeigt, können sich auch durchaus Verbesserungen in Beziehungen ergeben durch die radikale Wahrheit. Wichtig ist ihm, dass man das Ganze persönlich bespricht. Weil sehr viel von den begleitenden Gefühlen abhängt, und man auch sicher stellen kann, dass die Information so ankommt wie gedacht.
Im ersten Eindruck ist mir der radikale Ansatz etwas zu radikal, aber ich denke, einen Schritt in die Richtung werde ich wagen. Durch verschiedene Rückmeldungen bekomme ich nämlich allmählich das Gefühl, unklare und nicht immer nachvollziehbare Botschaften zu senden. Das möchte ich ändern.
Seid ihr bereit für die Wahrheit?